Für alle, die kein FB haben, hier noch die Fotos vom Schulfest von Diana und Sonja.

Also, ist ja noch toll dass mir der Typ heute gesagt hat dass das Visa immer von dem Tag ausgestellt wird, an dem es beantragt wird. Das heisst also, 6 Monate ab jetzt. Was, das ist nicht das, was ich will!!! Ich will erst Ende November gehen und bis April bleiben!!! Nein, das geht nicht. Wenn Sie das Visa jetzt beantragen, ist es ab jetzt 6 Monate gültig.

Danke dass mir das bis jetzt nie jemand gesagt hat (auch er nicht).

Ach Mensch! Ja ich habe jetzt einen Flug NACH Delhi von Buenos Aires am 28. November 2010 und ich habe einen Flug VON Delhi nach Zürich am 15. April 2011. Das heisst, ich muss jetzt meine Route dementsprechend nach Lima richten. Toll. Denn ich muss ja das Visa in Lima beantragen. Oder gibts eventuell auch eine Indische Botschaft in Buenos Aires, wo ich das Visum beantragen könnte? Das wäre ja noch besser! Oh ja gibt’s…gleich mal ne Mail schreiben!

Also komplizierter geht’s ja wohl gar nicht. Ich habe denen ja ein adressiertes Couvert geschickt, so wie es im Internet auch stand. Die wollen mir den Pass und alle Dokumente aber so jetzt nicht verschicken, das ist zu gefährlich. Ich MUSS persönlich den Pass abholen gehen. Eben, das Visa will ich jetzt noch nicht, muss aber jetzt trotzdem zur Embajada gehen, wegen meinem Pass! Ok, ich mag mich doch gar nicht mehr aufregen. Gehen wir halt nach Lima in zwei Wochen. Und dann? Was mach ich denn jetzt? Jetzt hängt alles nur von diesem Visa ab…meine ganze Reise richtet sich jetzt nach diesem Visa? Mhh mal überlegen…schnell hoch nach Lima um den Pass abzuholen. Dann vielleicht noch gleich den Machu Pichu machen. Dann wieder runter und ganz Bolivien machen. Dann noch den Rest von Peru inklusive Visum abholen Anfangs November. Dann ganz runter nach Argentinien, das heisst Durchreise Bolivien. Ist das machbar? Scheisse kompliziert, aber machbar. Ja mal gucken. Warte jetzt mal auf das Mail von der Botschaft in Buenos Aires!

Heute hab ich der Embajada in Lima telefoniert, da eine Person mir eine Email geschrieben hat, ich solle mich telefonisch melden, da sie das Geld bis heute nicht erhalten haben. Das Geld, welches ich letzte Woche meiner Bank beauftragt habe, denen einen Check in der Höhe von 50 Dollars zu schicken.

Ja gut. Gesagt, getan, telefoniert. Ja der Check ist wirklich nicht angekommen. Toll, 50 Dollars am Arsch. Ja nicht sooo tragisch. Überweisen geht aber nicht, ist nicht erlaubt. Ja wie denn jetzt? Direkt vorbei bringen. Ich bin aber nicht in Lima. Kann auch eine andere Person für sie erledigen. Oke, kläre ich mal ab. Kenne eine Person, eine Freundin meines Couch-Surfers Bill aus Kanada. Sie sagt mir aber wiederum, dass sie das abgeklärt habe und dass dies nicht möglich ist, ich muss selber vorbei gehen. Ja was denn jetzt? Ich bin NICHT in Lima und einen Katzensprung entfernt ist’s auch nicht gerade! 15 Stunden Busfahrt! Mhh!

Dann sagt mir dieser Typ vom Embajada noch dass er eine Flugbestätigung braucht. Ja wie denn? Ich buche doch sicher nicht einen Flug wenn ich nicht sicher bin ob ich das Visa erhalte? Doch, das machen alle, geht nicht anders. Super. Dann heute knappe 6 Stunden im Internet verbracht bis ich eeeeendlich einen anständigen Flug nach Delhi gefunden habe. Ganz toll. Vor zwei Wochen waren die Preise von Lima aus um die 1300 Franken. Heute um die 2200 Franken! Danke! Bogota ist auch nicht viel günstiger, aber siehe da, einen Flug, einen einzigen in 6 Stunden, hab ich gefunden. Buenos Aires – Delhi: 1187 Dollars! Jupiii, geht doch!

Gebucht, bezahlt.

Dann erzählt mir der Typ noch dass er eine Bestätigung meiner Bank braucht, um zu sehen, wie viel Geld ich habe. Ob ich mir denn Indien überhaupt leisten kann. Halo???

Dann musste ich noch die ersten Nächte buchen. Hätte ich zwar nicht gemusst, hat er mir gesagt, normalerweise ja, ich jetzt aber nicht. Da ich ja aber sowieso ein paar Nächte irgendwo in New Delhi übernachten muss, dachte ich mir, machst du’s gleich richtig, dann hat der Typ von der Embajada auch Freude!

Also folgende Emails wurden heute verschickt und folgende Sachen wurden gebucht:

1. Email an Bank: Bitte mir eine Bestätigung auf Englisch wie viel Geld ich noch habe
2. Flug gebucht
3. Email an den Typen von der Embajada: Flugbestätigung
4. Email an den Typen von der Embajada: Bitte Bestätigung an mich dass eine fremde Person das Geld bringen kann, denn meine Freundin in Lima glaubt mir das nicht
5. Hostel für drei Übernachtungen in New Delhi gebucht
6. Email an den Typen von der Embajada: Hostelbuchung
7. Email an Hostel in New Delhi: Bitte abholen, komme sehr spät am Abend an
8. Email an meinen Yoga-Meister: er hat Probleme mit dem Visa für Kanada, ich mit dem Visa für Indien. Musste ich doch gleich zurück schreiben
9. Email an meine Bank: Wo ist dieser Check und ist das verlorenes Geld???

So ich glaub, das wär’s. Jetzt mal schauen. Da ich ja jetzt den Flug in Argentinien habe werde ich meine vorgestern gemachten Pläne von wegen zuerst in Bolivien reisen und dann in Peru wohl gleich wieder kippen und umdrehen. Von dem her wäre es wohl gar nicht sooo tragisch wenn ich halt dann in zwei Wochen nach Lima zurück kehre und denen das Geld selber in die Finger drücke!

Wie oben erwähnt, reisen ist manchmal auch nicht gerade lustig. Vor allem wenn es wieder einmal um Bürokratie geht…aber irgendwie geht es immer…nach einem Tag sich aufregen und traurig sein und alles hinschmeissen wollen…!

Schon gestern war ich den ganzen Tag unterwegs. Auf zwei verschiedenen Märkten, zusammen mit Maria, ihrer kleinen Sonja und Paul, dem anderen Studenten, der am Donnerstag hier eingezogen ist. Das war vielleicht toll, all diese tollen und etwas skurrilen Sachen zusehen;-) Wie z.B. getrocknete kleine Fröschli. Für was das denn? Böh, vergessen zu fragen! Daneben gab’s noch Krötensaft. Nein danke, wollte ich dann doch nicht probieren.

Heute früh am Morgen ging ich dann wieder in die Stadt. Ja muss jetzt mal Gas geben, sonst seh ich nicht mehr alles, bin nur noch zwei Wochen hier. Und nur zur allgemeinen Info, es geht prima mit gehen in den Wanderschuhen, fantastisch! Fühle mich wie wenn nie etwas mit meinem Fuss gewesen wäre! Bis in zwei Wochen bin ich auf jeden Fall so fit dass ich den Misti oder den Chachani besteigen kann.

Dann ging’s heute auch endlich in’s Anden Museum, und zwar einzig und alleine wegen Juanita. Hier die Geschichte:

Juanita, ein Inkamädchen, war gerade mal etwa 14 Jahre alt, als man sie für Gott geopfert hat. Dies stand aber bereits im Kindesalter fest. Johan Reinhart, ein Forscher und Bergsteiger, entdeckte sie 1995 auf dem Vulkan Ampato in Peru. Sie war und ist aber nicht die einzige Mumie, die man fand. Nein, insgesamt fand man 18 Mumien. Nur ist Juanita die, die am besten erhalten ist, weil sie seit ihrer Opferung im ewigen Eis lag. Auf dem Ampato selber haben Johan und seine Kameraden noch drei weitere Mumien gefunden, etwas weiter unten. Denn Juanita fand man auf dem Gipfel. Den Kleidern und Utensilien zufolge und eben auch wegen dem Ort war Juanita höher gestellt als die anderen Kinder, die man fand. z.B. fand man Pins, die die Kleider zusammen hielten. Bei Juanita fand man ganz grosse, silberne Pins. Bei den anderen viel kleinere, meist aus Holz oder anderen Materialien.

Opferung: Sie wurde zuerst mit Chicha, einem hier üblichen Getränk, etwas betäubt. Chicha enthält aber normalerweise kein Alkohol. Die Archäologen, die ein bisschen aus Juanita’s Magen entnommen haben, konnten aber feststellen, dass der Chicha getränkt war mit Alkohol. Dann kam ein Schlag auf das Gehirn, welches sie schlussendlich tötete.

Die Archäologen haben sogar in einem Tuch eingehüllt die Nabelschnur gefunden. Dies weist darauf hin, dass eben bereits bei ihrer Geburt feststand, dass Juanita dazu bestimmt ist, geopfert zu werden. Sie heisst übrigens Juanita, weil sie eben dieser Johan gefunden hat. Die Leute haben dies dann aber ein bisschen falsch übersetzt. Aber jeder weiss, dass dies nun Juanita ist und dieser Name wird auch nicht mehr geändert. Obwohl die Wissenschaftler natürlich wissen, dass dieses Mädchen wohl einen ganz bedeutenden Namen in der Sprache Quechua haben musste.

Noch etwas interessantes: der Inka-König z.B. wechselte fünf Mal am Tag die Kleidung. Noch interessanter: jedes Kleidungsstück wurde nach einmal tragen vernichtet. Mega cool, nicht;-)?

Ja dieses Museum mit Juanita war heute mein Highlight. Ich fand’s toll und die Utensilien waren genial erhalten! Juanita selber war hinter zwei dicken Glasschichten bei Minus 20 Grad. Sie sitzt, wie alle anderen Mumien auch, in der Fötusstellung. Deswegen, weil die Inka’s an Reinkarnation glaubten. Alles sehr interessant wenn man bedenkt, dass dies vor mehr als 550 Jahren passiert ist (1440) und sie so super erhalten ist. Auch sehr wichtig ist die Besteigung des Ampato der Inkas in dieser Zeit ohne jeglichen Hilfsmittel und mit spärlicher Bekleidung. Noch heute wissen die Wissenschaftler nicht, wie das möglich war. Denn der Aufstieg eines 6000enders erfordert doch etwas mehr als zu der Zeit erhältlich. Ich durfte leider keine Fotos machen. Hätte auch nicht gekonnt, war alles sehr dunkel und mystisch. Hier aber noch zwei Fotos aus dem Internet von Juanita, dem Inkamädchen:

Die Stadt Arequipa ist wunderschön. Hier könnte man’s tatsächlich längers aushalten:-) Vorallem für Kirchenliebhaber (Fränzi, für di zum Bispüu). Aber seht selber, habe wieder ein paar Bilder geknipst. Und morgen geht’s endlich zur Monastery Santa Catalina. Mal schauen ob sie hält was sie verspricht (vorallem der Betrag von 35 Soles)! Dann war heute noch ein spezieller Tag in der Stadt: Tag der “älteren” Menschen. Mega cool. Hab sogar noch den Presidenten dieser Vereinigung kennen gelernt und mit ihm ein Foto geknipst! Alle sehr nett, wirklich sehr nett! Hab bis jetzt nur sehr nette, hilfsbereite Menschen in Peru kennengelernt. Find ich toll!

Was machen 9 Mitarbeiter hinter einer Theke mit nur einer Kasse? Keine Ahnung. Rumstehen, einander zuschauen aber Kunden bedienen, neeeee. Das ist Peru;-) Da wartet man erstmals 14 Minuten bis man bedient wird…

Und leider hat der Chai absolut keinen Geschmack nach Chai. Mhh, was könnte es denn sonst sein?

Couvert für die Embajada in Lima: 7.50 Soles = 3 Franken

Couvert für die Schweiz mit einer Foto-CD drin: 19.80 Soles = 8.50 Franken

Was? Spinnen die? Ja, genau. Und das drei Mal, denn ich hatte drei Couverts. Je eine Foto CD für Dom und eine für meine Tante plus noch die Unterlagen für die Versicherung in einem anderen Couvert. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich natürlich die Versicherungsunterlagen zur CD getan. Da das Couvert dann aber bereits berechnet und abgestempelt war dachte ich, was solls…!

Genau heute in vier Monaten werde ich übrigens dreissig. 30ig! Wo werde ich sein? Hoffentlich in Indien im Ashram. Ja mein Couvert für die Indische Botschaft in Lima ist weg. Bin zuversichtlich und guter Dinge, das Couvert kommt auf jeden Fall da an in zwei Tagen und die werden mir auf jeden Fall ein Visum ausstellen. Wieso auch nicht, hab ja noch nie etwas verbrochen, bin ja ein ganz braves Mädchen;-) Werde euch dann benachrichtigen wie wo was…

DIES IST MEIN 100ERTSTER POST!!! ;-)

So, ich bin an Indien-Vorbereitungen. Was macht sie genau, jetzt ist sie doch erst gerade in Peru angekommen?

Ja, das ist richtig. Nur kann man nicht einfach in Indien reinspazieren, wie es einem eben gerade passt. Man braucht ein Visa. Und ich bin in Peru und nicht in der Schweiz. Und deshalb ist alles etwas komplizierter als sonst.

Also mein Ziel ist es, Ende November in Richtung Indien zu fliegen. Wieso denn jetzt schon so früh? Ganz einfach, weil die Flüge im Dezember und im Januar viel teuer sind, zum Teil fast das Doppelte. Beste Reisezeit und Dezember sowieso, alle wollen nach Hause (also die Inder, die irgendwo anders leben). Und das ist seit Jahren so und das wissen auch die Fluggesellschaften. Das heisst, alle, die das schon viel früher wissen (die Inder z.B.), die buchen natürlich früher. Dementsprechend gehen die Preise später immer mehr hoch. Und jetzt würde ich eben etwa 1800 Franken zahlen für einen Flug im Dezember. Deswegen, November. Habe einen Flug gesehen am 28. November 2010 für 1300 Franken. Und mit so viel muss ich einfach rechnen, geht leider nicht anders :-(

Ja jetzt eben wegen des Visums. Ich kann zum guten Glück in Lima eine Anfrage machen. Das heisst aber, dass ich alle Unterlagen, inklusive Pass Original (ist immer so, auch zu Hause) nach Lima schicken muss. Denn das Embassy ist nun halt mal in Lima. Also schicke ich alles morgen oder übermorgen dorthin.

Folgende Unterlagen muss ich denen schicken:

1. Original Pass

2. Selber geschriebener Brief, wieso ich jetzt in Peru anfrage und nicht zu Hause

3. Anfrage-Formular

4. Spezielles Anfrage-Formular für Nicht-Peruaner oder Nicht-Bolivianer

5. Kopie des Geburtenscheines. Habe ich aber nicht. Steht auch so im Internet. Dann kann man eine andere Bestätigung senden, wo ersichtlich ist, dass man wirklich diese Person ist. Ich schicke denen jetzt meine Kopien der Fähigkeitszeugnisse, da sind Namen, Vornamen, Geburtsdatum und Bestätigung des Kantons Solothurn drauf. Muss jetzt einfach reichen, basta!

6. Kopie Visum Peru. Das ist ein kleiner Fötzel wo das Datum drauf steht wann ich in Peru eingereist bin

7. Kopie Führerausweis und ID

8. Kopie Bestätigung das ich die Gelbfieber-Impfung habe

9. Kopie Bestätigung mit der aktuellen Adresse wo ich in der Schweiz wohne. Handy-Rechnungen oder Bank-Bestätigungen sind aber zu wenig. Ja was denn sonst? Habe jetzt eine Handy-Kündigung. Muss jetzt einfach reichen, geht nicht anders, basta!

So, das wärs, glaube ich. Ach nein, natürlich nicht. Ein Passfoto muss da auch noch drauf. Und die Gebühr von $ 50 muss ich vorgängig bezahlen. Weiss nur nicht genau wie. Dieses Verfahren heisst Bank-Draft. Keine Ahnung. Hab’s jetzt mal gleich turbomässig meiner Bank gemailt in der Hoffnung, dass die das morgen gleich erledigen können. Denn dann könnte ich die Unterlagen morgen abschicken und dann hätte ich eventuell in drei Wochen mein Visum zurück. Ja wieso hab ich den nicht früher reagiert, bin ja schon seit drei Wochen hier??? Was fragt ihr mich, ich weiss das doch auch nicht???!!!

Ah und noch was, wieder sehr mysteriös alles: Gestern habe ich nach einer Woche endlich eine Antwort vom Ashram in Jadan erhalten. Da steht alles drin was ich wissen muss. Aber jetzt kommt’s dicke: die Ansprechperson da. Und jetzt haltet euch fest: die heisst Agni Devi. Agni…Agnes…besteht da nicht eine gewisse Ähnlichkeit im Namen? Ja doch, schon, finde ich. Ist alles wieder seeeeehr mysteriös, finde ich…klar, man kann auch immer etwas reininterpretieren wenn man will…aber…;-) Diese Person hätte ja auch einen ganz anderen Namen haben können, wie z.B. Swami oder so, was sehr üblich ist, denn Swami heisst Meister. Und meistens haben alle den Titel Swami plus sonst noch was…weil sie eben Meister sind. Diese Person, diese Agni Devi, jetzt halt wohl nicht. Vielleicht ist sie einfach zuständig für’s Administrative…

Na, das klappt schon alles…bin zuversichtlich und positiv eingestellt. Und, das Antragsformular ist halb so lang und halb so kompliziert wie das für Kanada. Die wollen viel weniger wissen als die Kanadier oder die Amerikaner. Also das klappt schon. Mit Yoga geht’s sowieso auch immer besser, hab sogar meine alte Balance wieder! Wichtig, sehr wichtig!

Über Arequipa schreib ich heute nicht viel, hab auch nicht viel gesehen. War am Freitag im Ausgang. Sehr teuer alles, vor allem an bestimmten Strassen. 12 Soles für einen Pisco Sour keine Seltenheit. Das sind 5 Franken. 5. Franken zahle ich aber auch zu Hause für einen Drink. Also, sehr teuer. Dann eine Seitenstrasse weiter ein Pub mit 2 für 1. Sprich, für 8 Soles (3 Franken) gibt’s zwei. Schon besser :-) Und Alkohol trinken auf dieser Höhe ist auch nicht ohne, oder vielleicht ist‘s einfach weil ich sonst nie trinke. Aber nach zwei Pisco’s war ich schon fast knülle…!

Hier noch ein Bildchen ich und etwas zu essen. Das Ding ist echt Peruanisch und heisst R0coto Relleno. Ist eine pikante Peperoni, oder auf Deutsch und Englisch, Pepper. Eigentlich eine Peperoni aber eben eine scharfe, omg, nicht essbar in meinem Falle! Das Gericht sonst war fantastisch gut, nur halt die Peperoni, die konnte ich nicht essen! :-)

Morgen fängt meine vierte Woche an. Jetzt heissts: practicar, practicar, practicar. Alle Zeiten, die ich gelernt habe, üben üben üben. Na gut, mal sehen.

Und Tschüssiiiii….

Nur in Stichworten, nur kurz:

1. Lese ein neues Buch. Paolo Coelho, Brida. Natürlich auf Spanisch. Pablo, mein Lehrer, hat mir gesagt ich soll das lesen. Und um was geht es? Um Zauberei. Na toll, hab ich mir wieder einmal fein ausgedacht (also Pablo natürlich) :-)

2. Ein riesen Ghetto überall den ganzen Tag. Einfach genial:-)

3. Zuuuuu viele Reiseanbieter. Keine Ahnung bei wem ich den Colca Trek buchen soll :-(

4. Eine neue Freundin aus Taiwan. Heiss Fiolina und wir gehen am Freitag in den Ausgang!

5. Meinem Fuss geht’s immer besser. Kann schon wieder richtig gehen :-)

6. Sah einen Platz mit schönen „Beizlis“ aber einfach zuuuu vielen Bleichgesichter. Eigentlich NUR Bleichgesichter…und ein paar Verkäuferinnen!

7. Einen Brief in die Schweiz kostet 8 Soles. 1 Soles für ein Couvert und 7 Soles für eine Marke. Sehr teuer. Leute, es gibt keine Postkarten, sorry! Ihr habt ja meine Homepage! Ah ja 8 Soles sind 3.50. Schon recht teuer…!

8. Bus hält an wenn man ihn zu einem winkt. Nur der grüne Bus, die anderen fahren nicht in die Stadt. Dasselbe Prinzip wieder aus der Stadt raus. Einfach mal winken und einsteigen. Bezahlt wird beim Aussteigen. 0.50 Soles = 20 Rappen.

9. Heute Abend Kino. Kino in Arequipa. Kino auf englisch mit spanischem Untertitel. Inception mit Leo Di Caprio. Mal gucken ob er hält was er verspricht! Und er hielt was er versprochen hat. Sogar noch mehr. Leo wieder einmal in Bestform. Gefällt mir eh immer mehr. Sehr schräge Filme meistens, siehe “Shutter Island”. Aber spannend von A-Z und eine schauspielerische Glanzleistung. Inception, nur zu empfehlen, vorallem wenn man Matrix liebte!

10. Immer “Münz” im Hosensack…ich und Geld in den Hosen??? Ja, wichtig! Damit man für’s Taxi und für den Bus nicht ständig das Geld rauskramen muss!

Arequipa

So, der erste Versuch, Arequipa zu erobern, hat geklappt :-) (b.t.w., Fotos sind online)…

Ich ging gestern nach der Schule das erste Mal raus. Das heisst, alleine und ohne Krücken. Ja ihr denkt jetzt wohl, was soll das, wieso schreibt die das? Ja weil es eben doch in einem unterentwickelten Land nicht sooo einfach ist, sich unbeschwert als Frau zu bewegen. Und wenn man dann noch rumhumpelt erst recht nicht. Aber eben, meinem Fuss geht’s ziemlich besser, humple nur noch minim und deswegen war gestern Sightseeing angesagt.

Ich lief dann zuerst ein bisschen in Richtung Zentrum. Also Zentrum des Bezirks, nicht Zentrum Zentrum ;-) Dann fand ich aber dass es doch an der Zeit wäre ein Taxi zu schnappen, denn bis zum Mirador de Sachaca war es noch ein weiter Weg und die Sonne war auch schon fast dabei, unter zu gehen. Gut, Taxi geschnappt und los ging die holprige Fahrt in Richtung Mirador. Wow, das erste Mal, dass ich mehr als nur die eigenen vier Wände de la Casa Maria sah!

Beim Mirador selber hat man einen fantastischen Ausblick auf ganz Arequipa mit seinen drei Vulkanen (ja, ist nicht nur einer). Und zwar könnt ihr das auch auf den Fotos sehen. Ganz links der Chachani, in der Mitte eben der Misti und rechts davon ist der PichuPichu. Ich find’s ja toll, umgeben von Vulkanen zu sein. Das ist das erste Mal in meinem Leben. Und ich find’s toll! Vor allem weil ich von meinem Lehrer Pablo erfahren habe, dass Arequipa einer der gefährlichsten Städte ist, wegen der Vulkane eben. Aber ist Arequipa schön vorbereitet auf einen Vulkanausbruch? Nee, nicht die Bohne. Auch von Pablo erfahren. Aber was soll‘s…wenn es denn so sein sollte dass jetzt in den nächsten vier Wochen einer dieser Vulkane ausbricht, dann ist das halt Schicksal! ;-)

Ich bin dann eine Zeitlang dort geblieben und hab die Aussicht genossen. Ein Peruaner mit seiner Familie hat mich noch vollgequatscht, in einem Tempo sag ich euch! Musste bei jedem Satz wieder fragen was er denn jetzt genau meinte, haha :-) Als dann die Sonne definitiv ihre letzten Strahlen strahlte war ich plötzlich alleine. Na sowas, niemand der in der Nacht Fotos knipsen will? Ah dann doch noch zwei. Die waren super nett, ich hab Fotos von ihnen geschossen, mit meiner Cam. Seine war dann doch für die Nacht nicht so geeignet wie meine DSRL. Gut, email aufgeschrieben und dann haben sie mich sogar mit ihrem Privatchauffeur und einer Art Limousine zurück zu meinem lugar gebracht (Ort). Die beiden sind etwa 25 Jahre alt und sind ursprünglich von Lima. Sind diese Woche irgendwie geschäftlich hier…hab ich so nicht ganz verstanden. Auch egal. Wenn ich zurück nach Lima gehe werden wir was unternehmen…die Welt ist genial!

Spanisch-Lektion: Und wenn jemand gar nicht draus kommt und es gewisse Leute gar nicht interessiert, einfach nicht lesen:-)

Dann hab ich diese Woche natürlich wieder viel gelernt. Mit dem Spanisch läuft‘s im Moment nicht so rund. Hab die ganze Vergangenheit und die Zukunft gelernt. Die Vergangenheit ist wieder einmal „Pain“ aber die einfache Zukunft ist mega einfach…hahaha! So z.B. kann man sagen: Yo voy a comar oder yo voy a ir oder yo voy a salir (ich werde essen, ich werde gehen, ich werde ausgehen). Also einfach immer yo voy, tu vas, el/ella/usted va, nosotros vamos oder ellos/ellas/ustedes van plus ein Verb im Infinitiv. Hingegen die Vergangenheit ist einfach nur mühsam, fast jedes einzelne Verb konjugieren die anders. Nur gut dass wir hier im Castellano, was ich lerne, nämlich nicht Spanisch, kein „vosotros“ haben. Ja genau, richtig gehört. Das lassen sie einfach aus. Braucht man auch nicht unbedingt.

Beispiel: Essen sie etwas oder esst ihr etwas?
Französisch: Est-que vous mangez quelque chose? 2. Person Mehrzahl (also ihr)
Spanisch: ¿ Comen algo ? 3. Person Mehrzahl, also eben Sie, nicht ihr.

Und wenn man es so betrachtet, finde ich, braucht man das wirklich nicht. Das Spanisch hat Vosotros aber eben das Castellano nicht…freufreufreu, etwas weniger zum lernen!

Dann habe ich gestern sehr viel über Arequipa und Cuzco etc. gelernt. Und zwar ist es in ganz Peru eigentlich üblich, dass man an Geister, Hexen, Übersinnliches, Zeremonien, Phantoms etc. glaubt. Oder zumindest gibt’s tausende Geschichten. Ich werde am Sonntag mal in der Stadt nach einem geeigneten Buch Ausschau halten, denn wie die meisten von euch bestimmt wissen war ich schon immer und bin es immer noch, ein super-über-Fan von solchem Zeugs! Da musste ich doch schmunzeln…bin ich etwa genau in der richtigen Welt gelandet? :-)

Ein paar Geschichten von Pablo gibt’s hier:

1. En español:  Quando tu comes un cato negro, tu eres mas fuerte quando un hechisero/brujo trata de encantarte
In Deutsch: Wenn du eine schwarze Katze isst, wirst du stärker sein wenn dich z.B. ein Zauberer oder ein Hexer verzaubern will

Aha :-) Essen die hier Katzen? Ja, manchmal eben schon. Vor allem schwarze. Ist eine gute Abwechslung zum Cuy, zum Meerschweinchen, finde ich! ;-)

2. Der König der Inkas ass einen frischen Fisch in Cuzco. Wohlverstanden, der Fisch war frisch. Von der Küste nach Cuzco sind es aber zig-hundert Kilometer. Wie geht denn das? In Cuzco hat es einen Platz, wo früher eigentlich ein Inka-Tempel war. Wegen der Spanier, die alles zerstörten, steht dort jetzt aber eine Kirche. Unterirdisch hat es aber anscheinend einen Gang, der überall hinführt. Nur weiss das niemand so genau, da in diesem Gang absolut kein Sauerstoff vorhanden ist und deswegen nie wirklich jemand weiter hinein als 1 Stunde Sauerstoffmaske ging…“gruselig“ oder?

3. Pablos Grossmutter war als kleines Kind (so um die 11 Jahre rum) am Wäsche bügeln und öffnete eines der Fenster, da es stickig heiss im Raum war. Dann sah sie ein paar Gestalten und dachte zuerst, dass es wohl eine Art „procesión“ sei. Das ist wenn z.B. um Jesu Christi Geburt rum Katholiken mit einem Kreuz durch die Strasse gehen und beten (habt ihr sicherlich auch schon im TV gesehen). Ja es war aber 12:30 in der Nacht und es war auch nicht unbedingt um Weihnachten rum. Sie guckte ein bisschen genauer und sah dass die Leute schwebten! Die sahen aus wie Mönche und es war wie eine „procesión“ aber eben, DIE SCHWEBTEN!!! Sowas!

4. Das Mädchen Juanita. Das war ein Mädchen, welches schon im Bauch der Mutter dazu bestimmt war, geopfert zu werden (Inka-Zeugs schon wieder). Wirklich viel weiss ich jetzt auch nicht, nur so viel, dass sie dann vor ein paar Jahrzenten dieses Mädchen, eine Mumie, auf einem der Berge gefunden haben und sie jetzt in einem der unzähligen Museen zu sehen ist. Ich werde am Sonntag mal dorthin gehen und dann kann ich euch mehr erzählen. Ich hab dann Pablo auch erzählt dass ich eben dorthin gehen will und da habe ich folgendes gesagt: yo voy a ir al museo con Juanita. Ähm ja, genau. Ich werde in’s Museum gehen, mit Juanita. Hahaha! Somit war der Fall klar, Juanita ist meine Freundin! So hab ich’s ja aber nicht gemeint. Missverständnis nur weil ich die Sprache nicht kann. Wir hatten es dann aber in den ganzen zwei Stunden ziemlich lustig weil ja eben diese Juanita jetzt meine Freundin ist:-)

Oder noch was: Ich habe Pablo erzählt dass ich gerne backe. Ich hab ihm dann gesagt dass es meistens ein Cake ist. Was tust du denn meistens in dein Cake? Ja chocolate, nueces (Nüsse) oder eben arañas. Hä, was, arañas??? Spinnen? Och nee, ich mein doch eigentlich Orangen…ahaaa, naranjas! Ist nicht ganz dasselbe…hahaha! Vielleicht ist’s jetzt für euch nicht so lustig, aber wir konnten uns kaum halten vor lachen! ;-)

Heute, Samstag, bin ich mit Rocio, meiner Spanischlehrerin, in die Kirche gegangen. Das war aufregend! Zuerst mal, ich war natürlich die einzige Gringa! Logisch, die einzige, die keine schwarzen Haare hatte, hahaha! Nicht so tragisch. Ich hab mich langsam an das Geglotze der Peruaner gewöhnt. Ich muss sagen es war wirklich toll. Hab zwar sehr viel nicht verstanden, aber trotzdem. Ablauf des Tages (jeden Samstag übrigens): Zuerst etwa 45 Minuten lang Lieder singen (wann habe ich das letzte Mal Lieder gesungen?). Natürlich Lieder aus der Bibel, was denn sonst. Dann war mal Beten auf den Knien angesagt. Sitzt mal mit den Knien auf den harten Boden, jaja! Da sitzt man einer anderen Person gegenüber und hält sich die Hände. Dann fängt die eine Person an und dann die andere. Rocio fing an und dann war ich dran. Beten. Ok. Wie geht das? Mhhh…hab ja vorher Rocio zugehört. Mhhh. Ok. Lieber Gott, danke dass ich diese wunderbare Reise realisieren konnte. Danke auch dass es meinem Fuss schon viel besser geht. Segne meine ganze Familie, Freunde und Bekannte, genauso segne Rocio und ihre ganze Familie und Freunde. Segne auch Familie Maria und ihre zwei Töchter. Danke dass ich in so einer super Familie leben darf und so gutes Essen jeden Tag aufgetischt kriege. Amen. Mehr kam mir einfach nicht in den Sinn. Es war ja aber auch mein allererstes Mal das ich gebetet habe! Krass! Danach sassen wir in eine Gruppe und diskutierten diverse Abschnitte aus der Bibel, wie die wohl gemeint sind etc. Wow, echt beeindruckend, vor allem auf Spanisch :-) !! Und soviele Küsse und Umarmungen hatte ich weiss auch nicht wann das letzte Mal! Ist hier einfach normal, es wird ein Kuss auf die Wange gedrückt und eben auch umarmt. Irgendwie ein bisschen unangenehm, aber auch erfreulich zu sehen wie warm die Menschen hier sind. Anschliessend, nach 3.5 Stunden, gingen wir alle zusammen noch was essen. Dies war hingegen mein erstes richtig verschissenes Essen. Ich kann Reis und Kartoffeln einfach nicht mehr sehen! Und Fisch, welcher frittiert ist und noch überall die Haut dran hat und riesen Gräte drin hat und mega trocken ist, darauf steh ich auch nicht gerade. Aber was will man für 5 Soles (2 Franken) anderes erwarten? Bin wirklich schon fast soweit das mich Fleisch aneckelt…gut so, das ist der Grundstein um Vegetarier zu sein! Dann nahm ich ein Taxi nach Hause. Gar nicht so einfach. Man muss feilschen. Gut. Da variieren die Preise schon mal von 3-7 Soles für die gleiche Fahrt. Mehr als 3.50 wollte ich einfach nicht ausgeben und siehe da, nach etwa 7 Taxis und sogar einem, der nicht einmal fahren wollte (weil es zu weit weg ist, ich fahre nur hier um die Blöcke im Zentrum, pasta), konnte ich ein Taxi für 3.50 Soles ergattern (1.50 Franken). Na also, geht doch! Und wenn wir gleich dabei sind, Thema Strassen: Es gibt eigentlich nur ein Prinzip: der Schnellere fährt oder geht/rennt. Ampeln für Autos, selten. Ampeln für Fussgänger, noch gar keine gesehen. Gute Strategie, passieren tut eigentlich selten etwas. Nur für Menschen mit einer gewissen Gehbehinderung, wie z.B. ich, ist‘s halt nicht gerade supertoll. Muss dann halt immer etwas länger als andere warten, bis ich eine Strasse überqueren kann. Nämlich dann, wenn kein Auto oder Bus mehr in Sichtweite ist! ;-)

Morgen, Sonntag, gehe ich eben endlich in die Stadt. Werde wohl ein bisschen chillen, einen gemütlichen Tee irgendwo trinken, ein spanisches Buch kaufen. Mein Hauptziel für Sonntag ist aber eben dieses Museum, wo ich meine Freundin Juanita, die Mumie, sehen werde! :-)

Familie Maria. Einfach zu schön um wahr zu sein. Bereits nach zwei Wochen denke ich daran, wie ich diese netten Leutchen in vier Wochen vermissen werde. Furchtbar. Sowas liebes habe ich selten erlebt. Und auch die beiden Kiddies. Werde dann von allen auf jeden Fall noch ein paar tolle Bilder knipsen. Heute Abend lief „the Time Machine“ im Fernsehen. Da hatte es zum Teil ein bisschen taffe Szenen mit so komischen Monstern. Oh so süss, die Kleine, Sonja, kuschelte sich ganz fest an mich und hat mich dann auch nicht mehr losgelassen…einfach zu süss, oder? Ja eben, werde sie auf jeden Fall ganz fest vermissen :-(

Letztes Thema, Indien: Auch nicht so einfach. Brauche in Visum. Muss ich extra dafür in die Schweiz? Nein, hat man mir von der Indischen Botschaft in der Schweiz gesagt. Kann nach La Paz, Bolivien oder Lima, Peru gehen. Die können das mir auch dort ausstellen. Ja mal gucken. Hab dann vorgestern ein Mail nach La Paz geschrieben, natürlich noch keine Antwort erhalten. Zweitens, der Flug. Jaja, der Flug nach Indien. Der ist sehr sehr teuer. Also wenn ich Glück habe krieg ich einen für 1000 Franken. Sonst noch mehr. Drunter gibt’s eigentlich gar nichts. Na toll. Indien selber, das heisst der Ashram, ist viel günstiger. Obwohl genaue Preisangaben habe ich noch nicht. Mein Yoga-Meister hat mir gesagt es wird wohl so zwischen 10 und 15 Franken pro Tag liegen. Mal gucken. Auf das Email des Yoga-Masters in Delhi warten. Auf jeden Fall wird das gar nicht so einfach wie ich dachte…mmhhhhh…L

Ich hoffe ihr hattet Spass am Lesen dieses Textes und bis ein anderes Mal…Nathalie

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